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Einweihung Kinderkrippe

 
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Priesendorf schafft Platz für zwölf Fröschla

 

Für rund 380 000 Euro wurde eine Krippe mit Bewegungs- und Wickelraum, Schlaf- und Spielzimmer an den Priesendorfer Kindergarten angebaut.

"Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf!" zitierte Pfarrer Ewald Thoma ein afrikanisches Sprichwort und segnete die Kinderkrippe "Die Fröschla" in Priesendorf. Kaum fertig gestellt, wurde 2008 der Neubau der Kindertagesstätte St. Anna in Priesendorf auch schon erweitert. Für Gesamtkosten von knapp 380 000 Euro wurde im vergangenen Jahr eine Krippe mit Bewegungs- und Wickelraum, Schlaf- und Spielzimmer an den Kindergarten angebaut. Dies war durch Fördermittel der Regierung von Oberfranken in Höhe von 292 000 Euro sowie 25 000 Euro Zuschuss vom Erzbischöflichen Ordinariat möglich geworden. Den Bedarf für zwölf Krippenplätze haben das Landratsamt und der Gemeinderat anerkannt, seit dem 1. September ist die Krippe in Betrieb. Neun der zwölf Krippenplätze sind bereits vergeben, im Januar und März kommen noch drei kleine Gäste dazu.

Heidi Müller wird im Oktober zum ersten Mal Mutter und erkundigte sich bei der Einweihungsfeier, wann es denn günstig wäre, den Nachwuchs für einen Krippenplatz anzumelden. Erstaunt muss sie zur Kenntnis nehmen, dass nur noch ein Platz für das Folgejahr zur Verfügung steht und sie am besten sofort mit der Kindergartenleiterin Anne-Kathrin Hopp sprechen sollte. Die junge Lehrerin will im kommenden September zurück an den Arbeitsplatz und ihr Mann Andreas Elternzeitzeit nehmen.

"Es ist so schön ruhig"

Erzieherin Nicole Zymelka ist selbst Mutter von zwei Kindern. Sie genießt die Arbeit in der Kinderkrippe. "Es ist so schön ruhig, die Kleinen können ja oft noch gar nicht sprechen", schwärmt sie. Oft ist es auch sehr wuselig, denn "die räumen schon viel aus". Und wenn beim gemeinsamen Aufräumen die Großen dann drei oder vier Bauklötze in die Kiste werfen, ist das schon viel, schmunzelt sie. Aber die Kinder lernen. Wenn sie morgens ankommen, geben die Kinder ihren Schnuller ab, meist fragen sie erst danach, wenn sie müde sind und sich hinlegen wollen.

Der jüngste Schützling bei den "Fröschla" ist im Juli ein Jahr alt geworden, Bastian ist 18 Monate alt. Seine Mama möchte zumindest wieder Teilzeit bei der Sparkasse arbeiten. Lili-Marleen gehört schon fast zu den Großen, denn sie wird im November zwei Jahre alt. Die Kleine hat sechs Geschwister und ihre Mutter nutzt die wenigen Stunden, um in Ruhe den Haushalt zu managen. Einige der Eltern, deren jüngster Nachwuchs in der Kinderkrippe betreut wird, sind Selbstständige. Sie könnten den Verdienstausfall nur schwer verkraften, hinzu käme durch die Verkürzung der Elternzeit auch noch der Verlust der Krankenversicherung.

Bei der offiziellen Einweihung zeigte sich Bürgermeisterin Maria Beck ist stolz auf "ihre" Krippe. Sie hatte 2008, zur Fertigstellung des Kindergartenneubaus, sofort einen Antrag auf Förderung eines Krippenanbaus gestellt und dafür gesorgt, dass gleich bei Bewilligung im Sommer 2009 mit den Arbeiten begonnen werden konnte.
Zu ihrem runden Geburtstag im Januar hatte Beck sich Geldgeschenke gewünscht und diese 1600 Euro inzwischen für Anschaffungen der Kinderkrippe gespendet.

Junge Familien unterstützen

Besonders auf dem Lande müssten Betreuungskonzepte angeboten werden, um den jungen Familien zu ermöglichen, Beruf und Familie zu verbinden, betont Maria Beck. Dazu gehöre in Priesendorf besonders die Unterstützung für junge Familien durch Angebote für eine gute Betreuung, Bildung und Erziehung. Die Bürgermeisterin verwies in ihrer Rede in Anwesenheit von Staatssekretärin Melanie Huml, dem Bundestagsabgeordneten Thomas Silberhorn sowie stellvertretendem Landrat Georg Bogensperger und vieler Eltern mit ihren Kindern auf die demographische Entwicklung mit verschiedenen und vielfältigen Familienstrukturen. Damit Frauen und Mütter sich wieder in die Berufswelt integrieren können, forderte Beck die Umsetzung guter Betreuungs- und Bildungskonzepte.